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Annette Kelm. Synchro

Einladung: Annette Kelm. Synchro. 2015

05.12.2015 - 14.01.2016

Galerie Meyer Kainer, Wien / Österreich

Annette Kelm eröffnet, indem sie unterschiedliche Visualisierungsstrategien verschachtelt, mit ihren fotografischen Arbeiten polyvalente Assoziationsräume. Diese Assoziationsräume entgleiten, wie auch die kulturellen Referenzen der Bildgegenstände, einer klaren Deutung und widersetzen sich einer eindeutigen ikonografischen Entschlüsselung. In betont unspektakulären Inszenierungen wird die bildimmanente Spannung zwischen Gegenstand und Komposition, das Lesen fotografischer Zeichen selbst, zum Thema.... Nicht nur das graphische, sondern auch das malerische Potential der Fotografie wird ausgelotet. Wie viele Künstler ihrer Generation verwendet Kelm kunsthistorische und popkulturelle Referenzsysteme und setzt diese als Hebel im Umgang mit der Tradition künstlerischer Fotografie ein, wobei sich Funktion und Ästhetik, verspielter Pop-Barock und Klassische Moderne unentwirrbar zu überlagern scheinen.

Wie Jörg Heiser befindet, teilt Kelm mit Wolfgang Tillmans, einem ihrer Lehrer, eine spielerischer Neugier, den fliegenden Wechsel zwischen abstrakter Andeutung und figurativer Direktheit, zwischen Einzelbild und Inszenierung im Ausstellungsraum, jedoch ist sie dabei viel strenger, klassischer. Evident ist eine Verbundenheit mit der Konzeptualität eines Christopher Williams, aber auch dem nüchternem Materialismus Bernd und Hilla Bechers. Kelms künstlerische Positionierung richtet sich auch gegen die unmittelbaren Vorbilder - sie schwingen mit und werden zugleich widerlegt. Letztendlich trifft sie keine endgültige Entscheidung zwischen versteckter Andeutung und lapidar offenem Zeigen ihrer Bezüge und lehnt offenbar auch jegliche Wahl zwischen Idealismus und Materialismus ab. Heiser: „Ihre Bilder nähern sich „authentisch“ dem realen Gegenstand; zugleich aber geben sie sich als künstlich und inszeniert zu erkennen. Sie demonstriert Bechersche Nüchternheit - aber ausgerechnet im Umgang mit widerspenstigen Motiven.“

In ihrer Ausstellung SYNCHRO bei Meyer Kainer zeigt Kelm, die heuer den Camera Austria-Preis entgegennimmt, unter anderem Arbeiten, die für die Gestaltung des Magazins entstanden sind. Für die entsprechende Ausgabe konnte sie auch als Gastredakteurin wirken. Maren Lübbke-Tidow: „Home Home Home (2015) ist der Titel von drei neuen Arbeiten für diese Ausgabe von Camera Austria International, und wenn auch deren simple wie widerspenstige Motive im Bild identisch sind, so führt sie doch über die Frage nach dem Format hinaus in ein weiteres Kriterium zur Differenzierung ein, wenn sie eines der Bilder mit Home Home Home / Flashlight, ein anderes mit Home Home Home / Daylight und das dritte mit Home / Flashlight Dark Shadow / Window betitelt. Sie zeigt damit unterschiedliche fotografische Verfahren und Bedingungen im fotografischen Prozess an, und nur deshalb beginnen wir überhaupt erst, nicht nur das Motiv hinter uns zu lassen, sondern auch, die Bilder in der Betrachtung voneinander zu trennen – und wahrzunehmen, dass sie nicht nur wahrhaftig verschieden voneinander sind (etwa in der Belichtung und ihren Farbwerten), sondern auch Ergebnis eines experimentell begründeten Verfahrens, das eine entscheidende und absolute Eigenlogik im künstlerischen Gebrauch für sich beansprucht.“

[Quelle: Einladung]

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last modified at 08.01.2016


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