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Life is everything

12.11.2014 - 13.12.2014

das weisse haus, Wien / Österreich
Eyes On - Monat der Fotografie Wien 2014, Wien / Österreich

Es gibt eine Zeit in der sich das Denken über die Dinge die einen umgeben verändert. Die Vergangenheit die wir erlebt haben unterscheidet sich meist stark von dem, was wir erwartet haben und wir lassen uns von dem Gedanken verleiten, wir seien die Erzeuger dieser Geschichte, wir seien die aktiven Schöpfer und nicht nur Akteure der Gegenwart. Aber eigentlich sind die einzigen Dinge auf die wir wie ein Schöpfer schauen können Dinge wie Zeichnungen, Kleidung, Buchseiten, Fotos oder Reisen die wir unternommen haben.... Es ist sinnlos etwas anderes in Erwägung zu ziehen: wir sind aus etwas gemacht, das weder eine Aufnahme, noch eine Erinnerung ist, wir werden nur zusammengehalten von dem Leben das wir leben.

Es ist unwichtig ob Krieg in der Welt ist, oder eine Wirtschaftskrise, wir machen immer weiter und halten uns fest an Dingen, die zu uns gehören und passen. Dies verbindet uns alle, ob in Europa oder Asien, englisch oder arabisch. Es ist die Verbindung, das Netzwerk der Welt, welches nicht von Grenzen, Religion oder Glaube zerstört werden kann.

Nun ist es nicht mehr zu verleugnen, dass der grenzenlose Kapitalismus seine dunkle Seite gezeigt hat. Wir sitzen auf den Ruinen der Moderne, einer Moderne die zerbröckelt. Eine Konsequenz der Gesellschaft. Wir haben uns verändert und wir werden niemals aufhören, weil wir nicht die Zeit dazu haben.

Diese Ausstellung brachte mich dazu, eine Weile Innezuhalten, weil wir überlegen mussten, in welche Richtung das Projekt nach der Ausstellung in Wien gehen sollte. Deshalb fand ich es wichtig, auf zwei verschiedenen Sprachen nach der Thematik des Lebens in der Arbeit von Concetta Modica zu suchen, die Fähigkeit Gedanken festzuhalten und bei Massimo Ricciardos Schriften über die Neugierde an anderen Welten.

Was geschieht in einer Ausstellung in der sich alles um das Leben dreht? Manch einer wird vielleicht eigene Gedanken wiederfinden, auf denen der Staub vieler Jahre liegt, andere werden vielleicht auf innere Ängste zurückgeführt. Bestimmt brauchen wir eine Anleitung und eine neue Geographie, die nicht an Karten gebunden, ist um die Verbreitung eines Subjekts nachvollziehen zu können, das so wertvoll für uns ist. Zu wissen, das etwas überlebt, sich verändert und an verschiedenen Orten weiterlebt ist eine Erleichterung.

Es ist nicht nötig sinnliche Erfahrungen vom Familienurlaub zu vergessen, aber zu verstehen wie man die Atmosphäre konserviert, sie haltbar macht, kann zu einer neuen Erkenntnis über die Welt führen. Menschen haben Angst Grenzen zu überschreiten, weil niemand weiß wo der nächste Terrorist einen Anschlag verübt.

Dies ist eine Ausstellung die Spuren sammelt und sie ausstellt, weil sie eine Sicht auf die Welt wiedergeben. So ist jedes Objekt ein Phänomen, das zu uns gehört, ob es Immigration ist oder eine ökonomische Krise , eine Postkarte aus Lampedusa oder die Decke von Concetta Modicas Großmutter, das Bild von Massimo Ricciardos Familienurlaub oder der Stoff eines Papiertaschentuchs der eigentlich gar nicht mehr existiert. Der einzig mögliche Zufluchtsort ist, die Dinge in unserem Leben nicht so zu akzeptieren wie sie sind.

Hier haben wir Arbeiten ausgewählt, die durchgehend visuell oder konzeptuell sind, offen für Interaktion oder mit einem höheren Aufwand zum Verständnis. Aber jede einzelne Arbeit der beiden Künstler/innen ist durch Mut zu einer Pause vom untragbaren Chaosentstanden und die Öffentlichkeit ist eingeladen „Innezuhalten“, eine Pause zu machen und zu reflektieren.
Eine Ausstellung gemacht für die Menschen.

Von Francesco Lucifora


[Quelle: www.dasweisshaus.at]

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zuletzt geändert am 21.11.2014


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