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WAS NIE GESCHRIEBEN WURDE LESEN

04.05.2013 - 18.05.2013

Vereinigung Bildender KünstlerInnen Österreichs, VBKÖ, Wien / Österreich

Die Ausstellung WAS NIE GESCHRIEBEN WURDE LESEN ist die erste Präsentation des künstlerischen Forschungsprojekts ATLAS VON ARKADIEN.
Mit dem ATLAS VON ARKADIEN unternehmen Anna Artaker und Meike S. Gleim eine zweifache Übersetzung von Walter Benjamins Fragment gebliebenem „Passagenwerk“: Einerseits werden Motive dieser Benjaminschen Urbanismus- und Sozialgeschichte des 19. Jahrhunderts in die jüngste Vergangenheit übertragen – mit Fokus auf die Zeit nach dem Fall der Berliner Mauer. Andererseits wird Benjamins Exzerptensammlung – aus der das Passagenwerk ergänzt durch seine Kommentare im Wesentlichen besteht – in einen Bilderatlas übertragen.... Benjamins Methode „(…) nichts zu sagen. Nur zu zeigen“ (GS V1, S. 574) wird beim Wort genommen, indem Artaker und Gleim anstelle von Texten Bilder sammeln, und die im Passagenwerk angewandte Methode der „literarischen Montage“ in eine vielgestaltige Montage vorgefundener Bildern übersetzen.

In der Ausstellung WAS NIE GESCHRIEBEN WURDE LESEN geht es darum, eine erste Lektüre dessen vorzunehmen, was man streng genommen nur betrachten kann: unsere Welt. Walter Benjamin interpretiert diese als Ensemble mimetischer Prozesse, das Lesen der Welt stellt sich als Nachahmung dar. Benjamin zitiert die Palme als Urform des Staubwedels, die Nike von Samothrake als Formgeberin des Haarföhns, Nutzbauten im Stile von Tempelbauten oder Mobiliar als Architekturzitat. Neue Materialien werden mit historischen bzw. aus der Natur stammenden Formen verbunden. Daraus ergibt sich die Wiederkehr oder das Nachleben des Alten im Neuen: ein Motiv das für Benjamin eine große Rolle spielt. Die Wiederkehr des Alten im Neuen birgt als Wunschbild sowohl das Potential, den Bruch mit der vermeintlichen Kontinuität der Geschichte zu befprdern – die französische Revolution etwa schmückt sich mit den Insignien des römischen Reichs, um sich so zu legitimieren – ist aber ebenso ein Mythen produzierendes Element, das Neues in Altes packt und so das Neue als bloße Fortsetzung des Alten verkauft.

[Quelle: www.vbkoe.org]

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last modified at 04.12.2013


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