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FISSLTHALER, HOLZER, JOURDAN, KOGER, LUX, NEUMANN, WESTPHALIE

Einladung: FISSLTHALER, HOLZER, JOURDAN, KOGER, LUX, NEUMANN, WESTPHALIE. 2013

06.09.2013 - 19.10.2013

Kunstpavillon, Innsbruck / Österreich

Die Ausstellung versammelt Arbeiten unterschwelliger Körperlichkeit und Geisterhaftigkeit. Medienkünstlerin und Musikerin Karin Fisslthaler schnitt für Satellites teilweise unscharfe Youtube-Videos zu einem Loop zusammen. Die Privataufnahmen eines Ohnmachtsrituals von Jugendlichen sind für Uneingeweihte schwer einzuordnen. Einerseits rufen sie die Erinnerung an liebevolle Gesten, Berührungen und Umarmungen auf wach?. Andererseits entsprechen sie diesen nicht und werden dadurch unheimlich. Dann sacken die Körper leblos in sich zusammen.... Fisslthaler spürt der Unvorhersehbarkeit dieser Grenzüberschreitung der heraufbeschworenen Bewusstlosigkeit nach.

Auch Stefan Lux’ Videos basieren auf gefundenem Bildmaterial aus dem Internet. Er druckt die Fundstücke seiner Stichwortrecherchen auf Papier aus und inszeniert sie vor der Kamera. Lux vergleicht seine Videos mit der Reanimation eines Menschen, der geschüttelt, geohrfeigt, rhythmisch auf den Brustkorb gedrückt und mit Elektroschocks behandelt wird, um ihn ins Leben zurückzubringen. Natürlich funktioniert das mit den Bildern oft nicht so gut. Lux beschreibt sein Video Panorama als den Versuch, aus einem Foto einen Rundumblick zu machen, in dem er den linken und rechten Bildrand einer Seeaufnahme vor der Kamera „zusammen wedelt“, um sie zumindest optisch eins werden zu lassen.

In Display beobachtet er ein Stillleben. Neben einer zentralen Muschel bewegt sich ein pendelnder Schatten, eine kleine Projektion zeigt periodisch das Bild eines ebenfalls schwingenden Pendels. Zwei Stäbe zappeln ungelenkt hin und her. Die Tempi, Richtungen und Orientierungen sind allerdings nicht auf eine (Licht-)Quelle, eine Perspektive oder eine Dimension zu bringen. Offenkundig kultiviert Lux Parallelwelten als Multiversum. Die Dinge scheinen nicht im selben Hier und Jetzt zu existieren – auch wenn die Kamera das nahelegt.

Nathalie Koger interessiert sich für die Erzählungen der Bilder. Mit ruhiger Kamera beobachtet sie Masseurinnen bei der Arbeit, wie sie drücken, ziehen, dehnen strecken, Körper bearbeiten und wieder ins Gleichgewicht bringen. Die Berührungen der Massage gelten über die behandelten Stellen hinaus dem gesamten Organismus und der Psyche. Die Dunkelheit der Aufnahmen mach sie zeit- und ortloser.

Esther Neumann rekonstruiert in Fotografien, Videoinstallationen und Texten Gesehenes und Erlebtes. So auch in ihrer Schwarz-Weiß-Serie Geister. Um sie zu „verstehen", um Irrationales zu erklären, versucht man oft, sie auf Naturerscheinungen zurückzuführen. Neumann geht die umgekehrte Richtung. Durch Mehrfachbelichtungen versetzt sie

Bäume in ein unheimliches Schwingen. Die versetzten Umrisse machen die dunklen Stämme noch gewaltiger. Der Titel verweist auf die Frage und intellektuelle Unsicherheit, ob ein vertrauter und aus Erfahrung lebloser Gegenstand, nicht doch beseelt sei.

Lisa Holzer, David Jourdan und Westphalie agieren nicht nur mit ihren eigenen Namen, sondern auch mit Buchstaben, Slang oder Untertönen, als Galerie, als Performance oder Verlag. Sie geben sich der Sprache und ihrer Innovationskraft hin. Physisch anwesend im Moment der Äußerung und doch auch anderswo, in den sich heraufzubeschwörenden Ideen, Objekten oder Erinnerungen.

(Gabriele Mackert)

[Quelle: Einladung]

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last modified at 29.08.2013


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