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Laurie Anderson

21.05.2010 - 19.09.2010

Kunsthalle Wien, Wien / Österreich

Als die Single "O Superman" 1981 die globalen Charts eroberte und in England sogar bis auf Platz 2 vorrückte, hatte die Karriere von Laurie Anderson eine historische Wegkreuzung erreicht. Ihr war gelungen, wovon Andy Warhol immer geträumt hatte: die Vermählung des intellektuellen Anspruchs der Kunstszene mit dem Glamour der Popkultur. Dass Anderson mit Lou Reed verheiratet ist, dem Sänger und Frontman der einstigen Warhol-Protegés Velvet Underground, die seinerzeit über einen schmalen Kultstatus nicht hinauskamen, mag als ironische Volte der Geschichte gedeutet werden.... Vor "O Superman" war die 1947 in Glen Ellyn/Illinois geborene ausgebildete Violinistin vor allem als Performance- und Konzeptkünstlerin bekannt. 1969 führte Anderson eine Symphonie aus Autohupengeräuschen auf – ein kleiner Gruß an die Fluxus-Bewegung.
Bei der installativen Arbeit "Duets on Ice" spielte sie, auf einem Eisblock stehend, so lange auf einer präparierten Violine, bis das Eis geschmolzen war. 1976 entwickelte sie den Viophonographen, eine Violine mit einer aufmontierten 7-Zoll-Schallplatte, über die sie den Violinenbogen strich. Dazu kam eine Reihe von Musikaufnahmen mit New Yorker Musikern, später auch internationalen Celebrities, die häufig zum Bestandteil von Audio-Installationen wurden – etwa bei einer Jukebox, die in der Holly Solomon Gallery verschiedene Anderson-Kompositionen zur Auswahl anbot. Nach dem großen Hiterfolg mit "O Superman" wurde die Künstlerin zur Bewohnerin zweier Welten. Sie setzte bis zum heutigen Tag ihre Künstlerkarriere in Galerien und Museen fort und lebte andererseits auf den Konzertbühnen des Popzirkus ihren Hang zum Gesamtkunstwerk aus: Großformatige, multimediale Arbeiten wie "United States I–IV" oder "Moby Dick", in denen Laufbilder, Liveperformance, Choreographie, Musik und Text verschmelzen – mal mit Bandbegleitung, mal als Solo-Act – wühlen in den Eingeweiden des amerikanischen Selbstverständnisses, dekonstruieren Geschichte und Geschichten, auf denen die US-Identität fußt, und analysieren skrupulös die Wirkung, die neue Technologien auf die menschliche Kommunikation haben. Mythen in Tüten für die Fast-Food-Gesellschaft zwischen ironischer Übersteigerung emotionsloser Dokumentation des alltäglichen Wahnwitzes. „Detached“ ist der schwer übersetzbar amerikanische Ausdruck, mit dem der Vortragsstil Andersons am besten beschrieben werden kann. „Ich bin eine Geschichtenerzählerin“, hat die Künstlerin einmal gesagt, „was ich mache ist die älteste Kunstform der Welt.“

[Quelle: http://www.kunsthallewien.at]

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last modified at 12.01.2010


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