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Galerie & Edition Artelier - limitierte Editionen und Multiples

Galerie & Edition Artelier - limitierte Editionen und Multiples. 2004

30.06.2004 - 31.08.2006

Galerie & Edition Artelier, Graz / Österreich
Rakouské kulturní fórum Praha, Praha / Ceská Republika

Zu den bedeutendsten österreichischen Galerien, die im breiten internationalen Kontext tätig sind, gehört bereits seit den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts die Galerie Edition Artelier in Graz. Am Anfang ihrer Produktion in den 1970er Jahren war sie eine Siebdruckwerkstatt, die 1985 zu einem hervorragenden Produzenten von künstlerischer Serigraphie für die neu gegründete Galerie mit der ursprünglichen Bezeichnung Edition Artelier wurde. Die Galerie entwickelte in weiterer Folge in konsequenter Zusammenarbeit mit Künstlern eine große Spannweite von Techniken und testet beständig neue Existenzmöglichkeiten von Kunstwerken.... Sie konzentriert sich insbesondere auf Editionen und Multiples, die in einer beschränkten Auflage erschienen und bereichert auch weiterhin ihre Produktionsfähigkeiten: bekannt sind ihre Drucke für die Dokumenta in Kassel, die Venediger Biennale, große Projekte von Peter Kogler, Joseph Kossuth, Günther Forg, die Serie von Objekten und Editionen von Martin Kippenberger, Jörg Schlick, Heimo Zobernig und weiterer Künstler. Die Techniken dieser Galerie erweitern sich heute ebenso wie die Bandbreite an Materialien vom ursprünglichen Siebdruck über digitalen Druck, Prägung, Bearbeitung von Holz, Metall und Kunststoffen bis hin zum Video und zur CD-ROM. Die Ausstellung im Österreichischen Kulturforum präsentiert 22 Künstler aus Österreich, Brasilien, Slowenien, Deutschland, Italien, Serbien, Israel, der Schweiz und Großbritannien und der Besucher kann sich mit den Grundlagen der künstlerischen Produktion der Galerie vertraut machen. Erwähnenswert ist auch, dass bereits 1989 in Zusammenarbeit der Galerie Edition Artelier und der Galerie der Hauptstadt Prag im Altstädter Rathaus Siebdrucke von sieben schweizerischen Künstlern ausgestellt wurden und dass die Galerie im Jahre 1994 die Siebdruckedition von Jirí David “Nur für den Wind” herausgab.
In der Zeit der globalen Medien, der Technotransformationen und des Samplings sind die Begriffe Multiple und Multikat in der Kulturgesellschaft allgemein eingebürgert, ebenso wie alle wissen, dass wir mit den traditionellen Begriffen des Autors und des Originals schon lange nicht mehr auskommen, und die Kunst daher ihre Einmaligkeit und Verankerung an einen bestimmten Ort verliert. Der berühmte Satz von Walter Benjamin, dass “das reproduzierte Kunstwerk in einem immer größeren Maße zur Reproduktion des Kunstwerks wird, das zur Reproduktion bestimmt ist” mag jedoch im Umfeld der ehemals sozialistischen Länder fremdartig klingen. Die Originalität, die Echtheit und „Auratizität“ der Kunst waren ein gültiges Prinzip eines großen Teils der inoffiziellen Kultur, da der andere politische Kontext eine andere Definition des Kunstwerkes sowie auch eine andere Funktion erforderlich machte. Die Verteidigung der Realität und Überzeitlichkeit war eine Rettung vor der totalitären Ideologie und vor dem kapitalistischen Kommerz und Konsum und spielte damals somit eine politisch subversive Rolle. Derzeit muss wieder über die Wandlung diskutiert werden, die der Begriff Kunst, seine Autonomie und Funktion gerade durchmachen. Die Erforschung des Warencharakters der Kunst und die sich fortsetzende Kritik der fetischisierten Originale erwarten uns noch mit dem Beitritt in das neue gesellschaftliche System. Die Ausstellung der Galerie & Edition Artelier ist daher eine gute Gelegenheit, uns dessen bewusst zu werden, dass das Multiple ebenso wie das Sampling heute eine der zentralen Medien sind und dass die Produkte, die daraus entstehen, eine weniger ästhetisierende und weniger utopische Version der zeitgenössischen Kunst sind.

(Pressetext: Jirí Ševcík)

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last modified at 05.04.2006


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