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Things. Von Dingen und Zeichen

16.01.2019 - 07.02.2019

MEMPHIS, Linz / Österreich

621.3.027.23


D

»Es ist sinnenklar, daß der Mensch durch seine Tätigkeit die Formen der Naturstoffe in einer ihm nützliche Weise verändert. Die Form des Holzes z.B. wird verändert, wenn man aus ihm einen Tisch macht. Nichtsdestoweniger bleibt der Tisch Holz, ein ordinäres sinnliches Ding. Aber sobald er als Ware auftritt, verwandelt er sich in ein sinnlich übersinnliches Ding. Er steht nicht nur mit seinen Füßen auf dem Boden, sondern er stellt sich allen andren Waren gegenüber auf den Kopf und entwickelt aus seinem Holzkopf Grillen, viel wunderlicher, als wenn er aus freien Stücken zu tanzen begänne...
Karl Marx

»Die Gegenstände des alltäglichen Gebrauchs zeigen eine sprunghafte Zunahme, die Bedürfnisse werden immer vielfältiger, die Produktion beschleunigt ihr Kommen und Gehen, und schließlich ermangeln wir der Wörter, um alle mit Namen zu benennen.«
Jean Baudrillard

Der Titel der Ausstellung bezieht sich auf George Perecs erstes Buch von 1965 „Die Dinge. Eine Geschichte der sechziger Jahre“. Perec beschreibt hier das Leben des jungen Paares Jérôme und Sylvie als ganz und gar bestimmt von Dingen, die sie besitzen oder besitzen wollen und denen sie alle ihre menschlichen Beziehungen unterordnen. Beide haben ihr Studium aufgegeben und betreiben nun mit Versatzstücken aus Psychologie und Soziologie Marktanalysen für eben jene Konsumindustrie, deren exemplarische Zielgruppe sie bilden. Getrieben von der Frage, auf welche Art jenes den anderen offenbar so reichlich zur Verfügung stehende Geld zu beschaffen sei, verlieren sie sich immer tiefer in den »Gefängnissen des Überflusses«.

Vor diesem Hintergrund globaler Konsumkultur und aus der Perspektive Perecs wirft die Ausstellung mit Arbeiten von Lazar Lyutakov (AT), David Muth (AT/FI) und Stefanie Schwarzwimmer (D/AT) sowie einem Zitat von Georges Perec einen kritischen Blick auf die uns umgebende Welt der Dinge.


E

»It is as clear as noon-day, that man, by his industry, changes the forms of the materials furnished by Nature, in such a way as to make them useful to him. The form of wood, for instance, is altered, by making a table out of it. Yet, for all that, the table continues to be that common, everyday thing, wood. But, so soon as it steps forth as a commodity, it is changed into something transcendent. It not only stands with its feet on the ground, but, in relation to all other commodities, it stands on its head, and evolves out of its wooden brain grotesque ideas, far more wonderful than ‘table-turning’ ever was.«
Karl Marx

»With everyday things multiplying rapidly, needs becoming more and more diverse, production accelerating their coming and going, we finally lack words to name them all.«
Jean Baudrillard

The exhibition lends its title from George Perec’s first book “Things: A Story of the Sixties”, written in 1965. The book portraits the life of a young couple and their fascination with commodities — predominately clothing and furniture. Perec describes the objects of their desire in a meticulous way — they appear to act as signifiers for identity, luxury, history and belonging. The protagonists arrange their lives in a way that makes it possible to afford those, and consume life style magazines to further inform themselves. The book mainly comes to life through the detailed descriptions of those objects, it lacks dialogue nearly entirely.


“Things” is a group show with works by Lazar Lyutakov (AT), David Muth (AT/FI) und Stefanie Schwarzwimmer (D/AT) as well as a quote from Georges Perec, attempting to look at objects at signifiers — listening to the silent discourse of objects against the backdrop of global consumerism.

[Quelle: Einladung]

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last modified at 10.04.2019


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